Lernbereiche

Kinder spielen sich ins Leben. Das Spiel ist gewissermaßen der Hauptberuf eines jeden Kindes, das dabei ist, die Welt um sich herum, sich selbst, Geschehnisse und Situationen, Beobachtungen und Erlebnisse im wahrsten Sinn des Wortes zu begreifen.

Mit Hilfe der Vielfalt des Spiels, darauf weisen heutige Entwicklungsforscher hin, werden grundsätzlich mehrere Funktionen in sich vereint!

Das Spiel nimmt entscheidend Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes; es ist der Nährboden für einen darauf aufbauenden Erwerb von notwendigen schulischen sowie beruflichen Fähigkeiten.

Sprache

Sprache begegnet uns überall, entweder nonverbal, durch Gestik und Mimik, oder verbal durch das gesprochene Wort. Die ersten Jahre sind für die sprachliche Entwicklung des Kindes entscheidend. Ein vertrauensvolles Umfeld in der Familie sowie in der Betreuung und die ständige Auseinandersetzung mit dem Kind fördert seine sprachliche Entwicklung. In einem intakten sozialen Umfeld lernt es, seine Muttersprache zu beherrschen und zu benutzen. Dies führt zu einer ganzheitlichen Entwicklung des Kindes, in dem es Sprache gerne als Kommunikationsmittel nutzt.

Um seine Persönlichkeitsentwicklung weiterhin positiv zu fördern, werden bei uns viele Möglichkeiten geschaffen, Sprache zu nutzen. Dies kann zum Beispiel in Form von gemeinsamen Spielen, Singen, Bilderbuchbetrachtungen und Gesprächen stattfinden. Aber auch bei den verschiedenen Mahlzeiten, Spaziergängen und in Alltagssituationen wird der Wortschatz der Kinder vertieft und erweitert.

Durch gezielte Fragen und Beschäftigungen halten wir die Kinder an, in ganzen Sätzen zu sprechen, Dinge genau zu benennen und diese richtig auszusprechen.

Wahrnehmung

Wahrnehmung ist der Ausgangspunkt für die kindliche Erfahrung. Sie steht an allererster Stelle, vor der Sprache. Wenn man mit "allen Sinnen" wahrnimmt, bekommen die Dinge erst einen Sinn! (Bsp. Einen "Apfel" sehen, ertasten, riechen, schmecken Verknüpft mit Bekanntem, so bekommt der Gegenstand Bedeutung).

Wahrnehmen erfolgt über die Fernsinne (Augen, Ohren, Nase), die Körperwahrnehmung (Erfahrung der Körpergrenzen, von Temperatur und Feuchtigkeit, der inneren Befindlichkeit des Körpers) und die emotionale Wahrnehmung (Wahrnehmung von Beziehung, Liebe, Wut, Angst, usw.).

Kinder sollen Möglichkeiten erhalten:

- sich auf der Basis "guter Beziehungen" auf Erfahrungen einzulassen
- Wahrnehmungserfahrungen mit allen Sinnen zu machen
- vielfältige sinnliche Erfahrungen in Innen- und Außenräumen, mit verschiedenen Materialien, mit anderen Kindern und Erwachsenen zu machen
- ihre Wahrnehmung zu schulen und zu schärfen
- ihr Wissen durch "innere Bilder" von Gegenständen zu erweitern
- alle Sinne die zur Wahrnehmung gehören einzubeziehen:
- der visuelle Sinn (sehen), der akustische Sinn (hören), der taktile Sinn (tasten), der olfaktorische Sinn (riechen), - - der gustatorische Sinn (schmecken), der vestibuläre Sinn (Gleichgewicht) und der propriozeptive Sinn (Tiefensehen bzw. optische Entfernungswahrnehmung oder auch dreidimensionales Sehen).


Wie setzten wir diese Ziele in der Praxis um?

Bewegungsspiele, Tanzen zu Musik, Gleichgewichtsübungen (z.B. auf einem Bein stehen oder Balancieren, Klettern und Springen aus verschiedenen Entfernungen oder verschiedenen Höhen), Matschen, Kneten, Naturerfahrungen, Bilderbuchbetrachtungen, Fühlkisten, Fühlsäckchen, …

Bewegung

Die Entwicklung motorischer Fähigkeiten geht eng einher mit der Ausbildung sämtlicher Hirnfunktionen. Diese Erkenntnis unterstreicht die Bedeutung der Bewegungserziehung nicht nur für die körperliche Gesundheit. Durch Bewegung erobert das Kind seine Umwelt, gewinnt kognitive, affektive und soziale Erfahrungen und drückt sich aus.

Sie gehört zu den elementaren kindlichen Handlungs- und Ausdrucksformen. Durch sie bauen Kinder ihre motorischen Fähigkeiten auf, gewinnen an Geschicklichkeit und Sicherheit und nehmen sich selbst und ihre Umwelt deutlich wahr.

Sozial- und Emotionalerziehung

Wir möchten Ihren Kindern in der Zeit bei uns in ihrer Persönlichkeitsentwicklung bestmöglich zur Seite stehen. Dies setzt voraus, dass wir Erzieherinnen jedes Kind mit seinen Eigenarten akzeptieren, es annehmen und ihm mit Freude begegnen.

Während der Eingewöhnungszeit ermöglichen wir Ihnen als Eltern die Lila Raupe mit Ihrem Kind zu besuchen bis eine stabile Beziehung zur Erzieherin geschaffen ist. In dieser Phase nehmen wir uns besonders viel Zeit für "das neue Kind", um seine Vorlieben, Wünsche und Bedürfnisse kennen zu lernen. Dadurch wird ein positiver Beziehungsaufbau zu anderen Kindern ermöglicht, aus denen sich wiederum Freundschaften entwickeln.



Im Laufe der Betreuungszeit erfahren die Kinder, dass es schön ist, zu einer Gemeinschaft zu gehören. Die Grundlagen eines respektvollen Miteinanders werden vorgelebt und somit lernen sie gegenseitige Wertschätzung. Die vielfältigen Beziehungen die es knüpft erweitern spielerisch die Sozialkompetenzen.

Ziele:

- Selbstbewusstsein und Selbständigkeit stärken
- positive Streitkultur entwickeln
- eigenständiges Handeln fördern
- Partizipation ermöglichen
- Wertschätzung erfahren und pflegen
- Verantwortung für sich selbst und andere übernehmen.